Wo das Tal endet und der Hammerbach beginnt

 

Wanderung zu den Quellen des Hammerbachs

Wanderung zu den Quellen des Hammerbachs

Wo beginnt etwas, wo endet etwas? Über diese Frage zerbrechen sich Theologen, Philosophen und Forscher seit Jahrtausenden den Kopf – ohne eindeutiges Ergebnis. Es ist eben alles eine Frage des Standpunktes.

Wo der Hammerbach seinen Anfang nimmt, diese Frage stellte sich die Engelthalerin Luise Haas bei einem ihrer Radausflüge im Tal. Zusammen mit ihrem Mann suchte sie nach seinen Quellen und lud nun schon zweimal interessierte HammerbachtalerInnen zu einer Wanderung zu den Ursprüngen ein.

DSC02575kVon Kucha aus folgen wir, eine kleine Gruppe aus acht neugierigen und wanderlustigen Frauen, einem Feldweg, der schon bald im Wald endet. Links, noch von Bäumen verborgen, begleitet uns einer der beiden Bachläufe, die sich südlich von Kucha zum Mühlbach vereinen, der wiederum in Kucha, mit einem weiteren Zufluß aus Püscheldorf, zum Hammerbach wird.

So einfach ist es also nicht mit dem Ursprung des Hammerbachs, speist er sich doch aus mehreren Quellen. DSC02593kDie topographische Karte des Bayerischen Landesamtes für Vermessung verzeichnet südlich von Kucha gleich zehn Quellen. Und auch der Bachlauf, dem wir folgen, teilt sich in unzählige Wasserläufe auf – tief eingegraben in den Berg oder oberflächlich dahinplätschernd. Zum Teil hat er sich mit Sinter seinen eigenen Bachlauf geschaffen. Einen Pfad gibt es nicht mehr, und auf unserem Anstieg – durch Gräser, über umgestürzte Bäume und vorbei an Salomons Siegel und Maiglöckchen – kreuzen wir mehrere Rinnsale. Manche führen Wasser, andere sind angesichts des Wassermangels dieses Jahres ausgetrocknet.

DSC02611kWir kreuzen eine neu gebaute Forststraße, die den üppig wuchernden Wald radikal durchschneidet, folgen dem kräftigsten Wasserlauf in einen dürren und dunklen Fichtenwald – und da ist sie: die Quelle, unscheinbar im dunklen Waldboden gelegen. Wir sind zufrieden und verzichten angesichts des unwegsamen Geländes auf die Suche nach den weiteren Quellen.

Aber wir haben nicht nur eine Quelle gefunden, sondern auch schöne Äste und Federn, die zerbrochene Schale eines Vogeleis, ein gemeinsames Lachen und die Lust auf weitere Spaziergänge ins Unbekannte des Hammerbachtals. Denn noch keine von uns ist jemals zuvor hier oben gewesen. Und genau dort, im Unbekannten, beginnt das Neue.